
SPELDOK-AUSTRIA HANDBUCH ZUM ÖSTERREICHISCHEN HÖHLENVERZEICHNIS (Speldok-10)
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8.8 Richtwerte für die Angabe der Lagegenauigkeit von Koordinaten
Lukas Plan
Gibt man Koordinaten von Höhleneingängen
an, ist es auch sehr sinnvoll anzugeben, w ie
genau diese sind, da es viele Möglichkeiten
für deren Ermittlung gibt und dementspre-
chend die Koordinaten sehr unterschiedliche
Genauigkeiten aufw eisen. In manchen Fällen
stimmen die Werte auf den Meter genau,
teilw eise ist aber die Höhle nur in einem
Umkreis von 100 m oder mehr zu finden. Die
Angabe dieser Metadaten (= Daten über
Daten) w ird mit der Umstellung auf UTM-
Koordinaten besonders w ichtig: Bis jetzt w ar
es teilw eise möglich, die Genauigkeit aus dem
Koordinatenw ert direkt abzulesen, da diese
meist sinnvollerw eise gerundet angegeben
w urden. Werden diese im BMN ermittelten
Werte aber ins UTM-System umgerechnet,
besteht diese Möglichkeit nicht mehr. Eine
w eitere Rundung ist nicht sinnvoll, da dadurch
der Fehler vergrößert w erden kann.
Beim Katasterführerseminar in Obertraun
2002 w urde beschlossen, die Genauigkeit in
absoluten Zahlen
anzugeben und nicht w ie
bisher mit Kodes, w elche die Art der Ermitt-
lung beschreiben. Kodes haben den Nachteil,
dass sie sehr komplex sein müssen, um
w irklich Auskunft über die Genauigkeit geben
zu können. Z. B. nur anzugeben, dass die
Koordinaten mittels Bussolenaußenvermes-
sung ermittelt w urden, reicht nicht: Zw ei kurze
Messzüge von einem KT-Stein aus ergeben
metergenaue Koordinaten, eine lange Außen-
vermessung von einem in einer Karte einge-
zeichneten Punkt kann einen Fehler von
etlichen Zehnermetern aufw eisen. Sonderfälle,
w ie z.B. das Herausmessen von Koordinaten
aus Orthophotos, können nicht berücksichtigt
w erden. Darüber hinaus können absolute
Zahlen besser in Datenbanken verarbeitet
w erden.
Dass diese Genauigkeitsangabe nicht hun-
dertprozentig ist, leuchtet ein, da Fehler beim
Herausmessen aus der Karte, grobe Fehler
bei Außenvermessungen sow ie Tippfehler
nicht berücksichtigt w erden können. Eine
Kontrolle (nochmaliges Auftragen des Wertes,
Ermittlung mit mehreren Methoden, Rundzüge
bei Außenvermessungen etc.) ist somit immer
sinnvoll.
Folgende auf Erfahrungsw erten und theoreti-
schen Überlegungen basierende Zahlenw erte
sollen bei der Angabe der Genauigkeit von
Koordinaten helfen:
Her a usmessen a us Ka r ten
Die Genauigkeit hängt vor allem von der
Detailliertheit der Karte und von der Eindeutig-
keit der Lage ab. In den meisten Fällen w ird
die Lage w ohl aus der
ÖK 50
ermittelt. Dabei
w ird die Genauigkeit bei vor Ort eingetragenen
und gut lokalisierbaren Objekten nicht viel
besser als +/- 50 m sein (w as im Maßstab
1:50 000 1 mm entspricht). Bei lagerichtig
eingezeichneten (das ist nicht immer der Fall!)
Höhlensignaturen kann sie auf +/-25 m sinken.
Liegt die Höhle in keinem markanten Gelände
(z.B. ungegliederter flacher Waldhang) oder
erfolgt der Eintrag nachträglich, ist die Unge-
nauigkeit entspreched größer.
Die ÖK 25 V ist lediglich eine drucktechnische
Vergrößerung der ÖK 50 und somit nur besser
lesbar, nicht aber detailreicher, w as die
Genauigkeit der Koordinaten nur unw esentlich
verbessert. „Echte“ 1:25 000 oder noch
großmaßstäbigere Karten (div. Spezialkarten
des BEV, Alpenvereinskarten usw .) bringen
natürlich schon höhere Genauigkeiten.
Zu beachten ist auch die kartographische
Generalisierung: Da Kartensignaturen eine
gew isse Mindestgröße und einen Abstand
zueinander haben müssen (maßstabsabhän-
gig), um lesbar zu bleiben, erscheinen diese
Objekte in der Karte viel größer und w eiter
auseinander als in Wirklichkeit. Bei der Gene-
ralisierung w erden diese Objekte auseinan-
dergerückt (z.B. enges Tal mit Fluss, Eisen-
bahn und Straße!) oder w eggelassen (einzel-
ne Häuser, Serpentinen). Dies geht auf
Kosten der Koordinatentreue, w as man beim
Gebrauch von Karten immer berücksichtigen
sollte. Trägt man GPS-Messungen in Karten
ein, können sich dadurch Widersprüchlichkei-
ten ergeben.
Einmessung mit Bussolen-Vermessung
Faktoren der Genauigkeit sind hier die des
Messzuges und jene des Koordinatenur-
sprungs. Die Genauigkeit der Bussolenver-
messung ist von der Länge abhängig. Bei der
Verw endung der üblichen flüssigkeits-
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